Entlang der Mosel gewährleistet ein Deich den Hochwasserschutz für die Stadt Trier. So wurde beispielsweise das Hochwasserereignis vom Dezember 1993 durch den Deich abgehalten und die Stadt vor größeren Überflutungen geschützt. Der in den 1930er Jahren gebaute und über die Jahre sehr inhomogen gewachsene Deich entspricht – dies ergaben geotechnische Untersuchungen und Standsicherheitsberechnungen – heute nicht mehr den allgemein anerkannten Regeln der Technik, weshalb eine Sanierung des Bauwerks nun dringend erforderlich ist.

Weil der Deich nun saniert und abgedichtet warden muss, rückt auch die viel- und oft beschworene
„Stadt am Fluss“ zumindest in diesem Abschnitt zwischen Kaiser-Wilhelm-Brücke und Jugendherberge ein Stück näher, denn neben den rein technischen Sanierungsmaßnahmen am Dammkörper werden auch städte- und landschaftsplanerische Maßnahmen umgesetzt, wodurch der gesamte Abschnitt für Besucher und Passanten attraktiver und einladender gestaltet wird. Synergieeffekte zwischen Deichsicherung und Landschaftsarchitektur werden in idealer Art und Weise harmonisiert, um die Gesamtbaukosten zu minimieren. Diese belaufen sich auf 5,0 Mio. Euro wovon 90% vom Land Rheinland-Pfalz getragen werden.

Im November dieses Jahres haben die Bauarbeiten begonnen. Läuft alles nach Zeitplan, wird sich das Gesicht Zurlaubens im April kommenden Jahres komplett gewandelt haben. Radfahrer dürfen sich dann über neue und breitere Wege freuen, Rollstuhlfahrer über barrierefreie Zugänge, Fußgänger über mehr Platz. Parallel zu den Hochbauarbeiten erneuern die Stadtwerke Leitungen. Auch an Glasfaserkabel ist gedacht. Damit würde Zurlauben ferner mit kostenlosem WLAN versorgt. Darüber hinaus werden vier Lichtpunkte durch intelligente LEDTechnik ersetzt. Im gesamten Baufenster warden rund 390 Meter Leerrohre mitverlegt.

In einem ersten Bauabschnitt wird zunächst das Teilstück am Zurlaubener Ufer von der Kaiser- Wilhelm-Brücke bis zur Jugendherberge auf einer Länge von rund 600 Metern in Angriff genommen.

 

Da die Gastronomie im Bereich des Zurlaubener Ufers stark ausgeprägt ist und das Biergartengeschäft im Sommer ein wesentlicher Umsatzbestandteil ist, wird dem insofern Rechnung getragen, dass die geplanten Baumaßnahmen erst nach Abschluss der Freiluftsaison durchgeführt werden. Da dann jedoch auch die Hochwassergefahr groß ist, wird für die Zeit der Bauarbeiten ein mobiler Hochwasserschutz zur Absicherung installiert.

Der Deich selbst muss in seiner Grundsubstanz erneuert werden. Dazu wird unter anderem auch die Deichkrone abgetragen (siehe Abb. 1). Anschließend werden die Gastronomie-Terrassen
wiederhergestellt. Auch die zuvor wegen der Sanierung gefällten Bäume werden ersetzt – jeweils vier neue für einen gefällten. Parallel zur Deichsanierung sind folgende städtebauliche Maßnahmen vorgesehen:

• Neugestaltung des Georg-Schmitt-Platz
• Erneuerung und Verbreiterung des vorhandenen Radweges
• Neubau einer Panorama- und Freitreppe
• Verbesserung der Beleuchtungssituation
• Sitzsteine, Sitzstufen und Sitzbänke
• Bäume und Bepflanzung
• Schaffung barrierefreier Zugänge
• Umgestaltung Gelände ehemalige Kabinenbahn (Gebäudeabriss und Herstellung eines temporären Parkplatzes)

Blickfang dabei ist zweifellos die Panorama- und Freitreppe zwischen Deichkrone und Moselufer, die während des Zurlaubener Moselfestes auch als Tribüne genutzt werden kann (siehe Abb. 2).

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